Historie

TV Horn-Bad Meinberg von 1860/1907 e.V.
Der Montag, 08. Dezember 2014, war für die beiden Traditions-Turnvereine TV von 1860 Horn e.V. und TV Bad Meinberg von 1907 e.V. ein denkwürdiger Tag. An diesem Tag fand für beide Vereine nach über hundertjähriger Tradition die jeweils letzte Jahreshauptversammlung in der Vereinsgeschichte statt. In der Burgscheune stimmten die anwesenden Mitglieder für eine Verschmelzung beider Vereine zum TV Horn-Bad Meinberg 1860/1907, um das Breitensportangebot in beiden Ortsteilen aufrecht zu erhalten. Einstimmig wurde auch der neue Vorstand gewählt. Unter der Leitung von Heinrich Fuhrmann als 1. Vorsitzenden führen nun Christian Klute (2. Vorsitzender), Conny Beutel (Geschäftsführerin), Franz Bartscher (stellvertretender Geschäftsführer), Birgit Reineke (Kassiererin) und Petra Kirschke (Pressewartin) die Geschäfte des neu gegründeten Vereins. Notwendig war die Verschmelzung geworden, da in den Reihen des TV Bad Meinbergs auf der letzten Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2014 kein neuer Vorstand gefunden werden konnte.
Der neue Verein verspricht sich von der Verschmelzung eine Erweiterung des Sportangebots und die Nutzung der sich daraus ergebenen Synergien. Dass eine Fusion durchaus sehr erfolgreich funktionieren kann, erlebt man seit 40 Jahren in den eigenen Reihen: Der HC Horn-Bad Meinberg und die LG Lippe-Süd leben es vor.

TV von 1860 Horn e.V.
Am 31. Juli 1860 gründeten Franz Hausmann und Simon Capelle den TV von 1860 Horn. Die Gründungsurkunde, die noch heute im Original erhalten ist, wies schon damals eine Vielzahl von Paragraphen aus. Man war offensichtlich schon früher perfekt im Abfassen von Regeln. Alsbald schlossen sich die Vereine in Lippe zum Lippischen Turngau zusammen. Im Jahre 1878 richtete der TV Horn das erste Gauturnfest aus, das auf dem Festplatz an den Externsteinen stattfand. Die noch heute existierende Vereinsfahne wurde zu diesem Turnfest von Horner Frauen fertiggestellt.
Die Turnstunden wurden auf dem Rathaussaal abgehalten, da aber durch die Turnübungen überstrapaziert wurde, so dass auf Anordnung des Turnen nur noch in der Toreinfahrt und den Ställen durchgeführt werden durfte.
Jedoch ließ die Sportbegeisterung aufgrund der mangelnden Möglichkeiten nach und im Jahre 1900 wurde beschlossen, den Verein aufzugeben. Der Vorstand drang nun auf den Bau einer Turnhalle, aber die Stadt Horn sah schon damals keine finanziellen Möglichkeiten. Im Jahr 1906 begannen die erneuten Verhandlungen über den Bau einer Halle, die zur Errichtung der neuenVolksschule und einer Turnhalle an der Schierenbergstraße im Jahre 1908 führten.
Im ersten Weltkrieg ruhte die Vereinsaktivität, die Turnhalle wurde als Kleiderkammer zweckentfremdet genutzt.
Im Jahr 1928 wurde der TuS Horn aufgelöst, alle Mitglieder traten dem TV Horn bei. Der neue Vereinsname lautete „Turn- und Sportverein Horn von 1860“.
Während des 2. Weltkrieges herrschte nur ein schwacher Turnbetrieb. Wie in allen Vereinen, so kehrten auch viele Turnbrüder nicht mehr aus dem Kriege zurück.
Gleich 1945 aber genehmigte die Besatzungsmacht wieder die Tätigkeit des Vereins. Im Jahr 1950 kam es zu einer vermögensrechtlichen Spaltung zwischen Turn- und Sportverein, die am 01.01.1957 zu einer Trennung führte. Die Turnabteilung gab sich wider den Namen „TV Horn 1860“.
Inzwischen hatten sich auch die sportlichen Aktivitäten erweitert. Nach dem Turnen wurde Handball, Tischtennis und Faustball angeboten. Ein wichtiger Punkt in der Vereinsgeschichte war das 100-jährige Jubiläum 1960; im Rahmen dieser Feierlichkeit fand ein Bezirksturnfest statt und der Sportplatz an der Jahnstraße wurde eingeweiht. Die Mitgliederzahl erreichte damals die Zahl 350.
Der Verein entwickelte sich so deutlich, dass es 1971 zu der Verabschiedung einer neuen Satzung kam. Ein kleiner handlungsfähiger Vorstand wurde gewählt und jede Sportart durch einen Abteilungsleiter geführt. Besonders der Handball und die Leichtathletik erzielten eine hohe Leistungsdichte. Um die Arbeit dieser beiden Abteilungen zu sichern, schlossen sich 1974 der TV Horn und der TV Bad Meinberg zu einer Spielergemeinschaft HC Horn-Bad Meinberg zusammen. Mit gleicher Absicht bildete die Leichtathletikabteilung mit anderen Vereinen die LG Lippe-Süd.

Der TV Bad Meinberg von 1907 e.V.
Der TV Bad Meinberg ist im Jahr 2007 ein Jahrhundert alt geworden. Das soll zum Anlass genommen werden, die 100 Jahre Vereinsgeschichte in einem kurzen Rückblick Revue passieren zu lassen und an einige Stationen auf dem Weg von 1907 bis heute zu erinnern.
Begonnen hatte alles im Jahre 1907. Im ganzen Land hatte sich der Gedanke F. L. Jahns der körperlichen Ertüchtigung verbreitet. Was Jahn als Stärkung der jungen Generation für den Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft gesehen hatte, wurde zu einer breiten Sportbewegung. Überall wurden Turnvereine gegründet um den Gedanken der Gesundheitsförderung umzusetzen. Diesem Vorbild folgten auch einige Bad Meinberger Bürger und gründeten im Jahr 1907 den Turnverein Bad Meinberg e.V. und geturnt wurde ab sofort zweimal wöchentlich abends im Saal der „Gaststätte Rädeker“. Die nötigen Turngeräte wurden zunächst von Nachbarvereinen gestiftet oder auch ausgeliehen.
Turnen war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Männersache. Junge Mädchen und Frauen waren in den Anfängen des TV mehr schmückendes Beiwerk als Damenreigen auf Turnfesten. Dazu hielten die Damen einen mit Blumen geschmückten Bogen aus Tannengrün über dem Kopf und verliehen dadurch Umzügen einen feierlichen Charakter. Es galt damals durchaus als Ehre, dem Damenreigen anzugehören. Natürlich waren die weiblichen Vereinsmitglieder auch auf Ausflügen und bei Vereinsfeiern gerne gesehen. So wie bei der Himmelfahrtswanderung auf diesem Bild:
Im Jahre 1920 war der TV Bad Meinberg bereits auf 163 Mitglieder angewachsen. Davon waren 67 Aktive, 62 Passive und 34 Turner in der männlichen Jugend bis 18 Jahre eingetragen. Im Mittelpunkt stand das Geräteturnen. Schließlich war der Verein groß genug um im Jahre 1923 das Turnfest des Lippischen Turnerbundes auszurichten.
In der Vereinsgründung an turnten die Mitglieder des TV im Saal der Gaststätte Rädeker in Bad Meinberg. Im Jahre 1920 jedoch wurde der Saal abgerissen und an seiner Stelle ein modernes Gebäude für gesellschaftliche Ereignisse erstellt. Es folgte eine beschwerliche Zeit. Die Turngeräte mussten in Scheunen untergebracht und zu den Turnabenden zunächst auf einen freien Platz am Schanzenberg und später auf den Sportplatz auf dem Kamp transportiert werden. Zeitweise wurde auch in der Scheune des Gastwirtes Fricke und später im Saal seines „Roten Hauses“ geturnt. Im Jahre 1925 entschloss sich die Gemeindeversammlung nach jahrelangen Beratungen einen eigenen Sportplatz anzulegen. Die Weide hinter dem Landwirt Stork wurde dafür gepachtet.
Für die Sportler war das ein riesiger Fortschritt. Es konnten Einrichtungen für die neuen Wettkampfdisziplinen Laufen, Stoßen und Springen geschaffen werden. Trotzdem fehlte den Geräteturnern eine Halle als Unterstand für die Turngeräte und um vom Wetter unabhängig zu trainieren. So entschloss man sich im Oktober 1927 unter der Leitung von Gustav Sander zum Bau einer eigenen Gerätehalle auf dem Sportplatz bei Stork. Diese Halle sollte dann auch den Schulkindern zum Turnen zur Verfügung gestellt werden. Die Halle wurde dann schließlich in Eigenarbeit errichtet. Theodor König zeichnete die Baupläne, Eduard Mönnich und Fritz Hennekamp übernahmen den Materialtransport, Fritz Reiling fertigte die Maurer- arbeiten, Gustav Sander zimmerte den Dachstuhl und die Fenster wurden von Gustav Flake eingebaut. So konnte in den Jahren von 1928 bis 1939 in der eigenen Halle geturnt werden. Die Namen dieser Turner begegnen einem immer wieder, wenn man sich in der Geschichte des TV Bad Meinberg umschaut.
Die Bad Meinberger Sportler waren auf Wettkämpfen immer recht erfolgreich und Die Leichtathletik wurde als junge Disziplin im TV immer wichtiger, zumal der Lippische Turnerbund großen Wert auf deren Ausübung legte.
Auch in den Folgejahren blieben diese Sportler sehr aktiv im TV einerseits in Ehrenämtern, andererseits als erfolgreiche Sportler. Viele Siegerlisten und Urkunden zeugen davon. Neben Eduard Mönnich ist an dieser Stelle Gustav Sander besonders zu erwähnen. Er hielt dem TV viele Jahre die Treue. In den Jahren 1925 – 1932 und 1934 – 1937 war er erster Vorsitzender. Bekannt ist, dass er selbst im hohen Alter noch aktiv seinen Lieblingsdisziplinen Werfen, Stoßen, Springen und Laufen nachging. Allerdings trainierte er dann nur noch heimlich frühmorgens, abends im Dunkeln oder in seiner Werkstatt, damit, wie er selber sagte, die Leute ihn nicht für einen Spinner hielten. Das Bild zeigt Gustav Sander im Alter von 77 Jahren bei einer Ehrung der Mitglieder der Altersriege. Zum Dank und als Anerkennung wurde die Riege in Gustav Sander Riege umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg ruhte der Sportbetrieb vollständig. Viele Turner waren zum Kriegsdienst eingezogen und die Halle diente als Unterkunft für Kriegsgefangene, die in der Landwirtschaft arbeiteten. Bereits im ersten Weltkrieg war im Jahre 1914 bei 42 von insgesamt 50 Turnern in der Mitgliederliste hinter dem Namen der Zusatz: „im Felde“ vermerkt. 1915 waren von 58 Mitgliedern 9 Turner, 19 Jugendliche und 30 im Felde aufgelistet. 22 Turner kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück. Eine Ehrentafel erinnert an sie. Zum Gauturnfest am 18. August 1919 wurden keine Mitglieder des TV Bad Meinberg als Wettkämpfer gemeldet.
Nach dem zweiten Weltkrieg erholte sich der Sportbetrieb erst langsam. Es fehlte an erfahrenen Übungsleitern besonders für das Geräteturnen. Dafür etablierte sich eine neue Sportart: Tennis. Bereits 1947 wurde eine Tennisabteilung im TV gegründet und erfreute sich eines regen Zuspruchs. Im Jahre 1975 war die Abteilung dann so groß, dass sie aus dem TV ausschied und einen eigenen Verein gründete.
Eine deutliche Verbesserung für den Sport in Bad Meinberg bedeutete der Bau einer neuen Turnhalle an der Grundschule. Mit der neuen Halle kam nun auch der Hallenhandball ab 1960 in den TV Bad Meinberg. Zunächst wurde noch im Sommer Feldhandball und im Winter Hallenhandball gespielt, doch verlagerte sich dieser Sport immer mehr in die Halle, sodass ab dem Jahr 1976 der Feldhandball komplett weg fiel.
Prellball war ab 1971 neue Sportart im TV. Zur Blütezeit gab es 4 Mannschaften, die auch auf Turnieren eine gute Figur machten.
Die 70er Jahre brachten den TV Bad Meinberg zu seiner Blüte. Die Turnhalle stand zur Verfügung und im Jahre 1969 war das Waldstadion als moderne Trainings- und Wettkampfstätte fertig gestellt worden. Das Kursangebot erweiterte sich und der Breitensport hielt Einzug in Deutschland. Am 16. März 1970 startete der Deutsche Sportbund die Kampagne „Trimm Dich durch Sport!“.
Ziel war es, die in Deutschland stark angestiegene Zahl von Übergewichtigen und Herzinfarktgefährdeten durch sportliche Betätigung zu verringern. Der „Trimmy“ war als Maskottchen allen bekannt.
Die Wirkung war ungeheuer. Trimmen war zum Thema selbst in Unterhaltungsshows geworden. Sicher war das mit ein Grund dafür, dass sich die Mitgliederzahl des TV von 209 im Jahre 1970 auf 608 im Jahre 1975 fast verdreifachte. 1977 verfügte der TV bereits über 16 Abteilungen mit einem Angebot für die ganze Familie. Am 5. August 1981 kam im Hinblick auf die Schaffung des Schieder-Stausees noch eine Kanu- und Segelsparte hinzu. Sie ist aber mittlerweile eingestellt worden.
Als nächstes großes Ziel stand der Bau einer den Richtlinien des Sports entsprechenden Turnhalle auf dem Programm.
1978 stellte der TV den Antrag auf Bau einer neuen Halle an die Stadt Horn-Bad Meinberg. Auf der Ratssitzung vom 8. Februar 1979 wurde dann das Bauvorhaben in den Investitionsplan bis 1982 aufgenommen. 1985 wurde dann schließlich die Turnhalle am Waldstadion errichtet und bietet bis heute den Sportlern des Vereins, den Schulen und auch anderen Vereinen einen optimalen Rahmen für verschiedenste Aktivitäten. Weiter wurde das Angebot des Vereins ständig erweitert. Dabei rückte der Gesundheitssport immer mehr in den Fokus um bis ins hohe Alter aktiv, fit und beweglich zu bleiben.


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